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Mittwoch, 18. Januar 2012

Nur ein Dummkopf spuckt Darwin in die Suppe.

Was ist ein Mythos? Im heutigen Sprachgebrauch hat sich das Wort "Mythos" mehr und mehr den Begriffen der "Legende" oder "Sage" angenähert. Die Myth Busters untersuchen im Discovery Channel moderne "Mythen", z.B. ob man stirbt, wenn man die Haut mit Gold bedeckt (James Bond 007 - Goldfinger; Nein, tut man nicht.). Das ist aber falsch. Ein Mythos ist nichts anderes, als die Erklärung einer Sache, die man sich nicht erklären kann. Ein Mythos aus unseren Breiten ist zum Beispiel, die Erde als Scheibe, die auf Säulen steht. Oder ein Mythos der alten Ägypter ist, dass der Sonnengott auf einem Boot jeden Tag über den Nil fährt (als Erklärung für Tag und Nacht).
Darwins Evolutionstheorie basiert u.a. auf Erbsen.
Eine besondere Mythen-Art sind die Schöpfungsmythen und damit die Frage, wie alles begann. Es gibt unzählige verschiedene Schöpfungsmythen. In Deutschland am bekanntesten ist sicherlich der christliche Schöpfungsmythos. 
Gott erschuf die ganze Welt in 6 Tagen, inklusive Erde, Himmel, Sonne, Pflanzen, Tieren und dem Menschen. Die ersten Menschen sind Adam und Eva. So steht es im ersten Buch Mose - Genesis. Es ist ein sehr zweckmäßiger Mythos, weil er - zumindest zum Zeitpunkt, als er aktuell war, - sehr zweckmäßig ist und kaum Fragen offen lässt. Heute sind wir in einer anderen Zeit. Charles Darwin hat die Evolutionstheorie aufgestellt und damit wissenschaftlich die mangelhafte Schöpfungstheorie/Kreationstheorie verdrängt. Das ist auch in Ordnung. Denn da ein Mythos nichts anderes ist, als eine behelfsmäßige Erklärung für etwas, das man sich sonst nicht erklären kann, kann es natürlich passieren, das er durch einen anderen Mythos oder sogar die richtige Erklärung ersetzt wird. 
Kurzer Einschub: Deswegen sehen doch so viele Menschen - ich übrigens auch - die Wissenschaft eng verbandelt mit der Religion. Man benötigt einfach Mythen, um sich Dinge erklären zu können, die man sich nicht erklären kann. Ab dem Urknall können die Physik und die Biologie die letzten 4,4 Milliarden Jahre auf der Erde ganz gut beschreiben. Aber was war davor? Gott. Was sonst?
Zurück zum Thema: Natürlich ist es auch eine Glaubensfrage. Nun beruht der christliche Glauben vor allem auf der Wiederauferstehung nach dem Tode; vorneweg der Wiederauferstehung Christi. Der Schöpfungsgedanke ist zwar auch sehr eindeutig vorhanden, aber - ich würde behaupten - nicht essenziell. In unserer Gesellschaft ist es für die meisten Christen selbstverständlich der Wissenschaft den Vortritt zu lassen; gerade bei einem Schöpfungsmythos, der auf dem Stand von vor mehreren Tausend Jahren steht. In Bildungsstätten sowieso.
Adam und Eva im Paradies.
In den USA sieht das anders aus. Hier gibt es teilweise einen echten Vorstoß von Kreationisten - Menschen, die die Schöpfungsgeschichte für bare Münze halten oder zumindest als bare Münze verkaufen. Und das nicht auf den Straßen oder an der Haustür. Der Kreationismus ist in manchen Bundesstaaten die unangefochtene Lehrmeinung an amerikanischen Schulen. In Texas zum Beispiel. In Missouri auch. Und in Kalifornien. Und in sechs weiteren Bundesstaaten.
Mist. Auf andere Art und Weise kann man es nicht ausdrücken. Auch die Schöpfungstheorie kann man in der Schule einmal ansprechen. Aber in R.E. - Religious Education -, nicht in Science - Naturwissenschaft. Was hier geschieht, ist nicht nur das Unterrichten einer schwachen Theorie. Es ist vor allem ein Schritt zurück ins (europäische) Mittelalter. Ein Rückschritt in eine Zeit, wo noch der aller unwesentlichste Teil der Religion der aktuellen Wissenschaft vorangestellt wurde. Es muss endlich Schluss sein mit den Kreuzzügen gegen die Wissenschaft.

Bilder:
(c)Rossmann/PIXELIO
(c)Schütz/PIXELIO

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