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Das britische Königshaus und die Suche in Netzwerken

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Auch wenn der Titel es anders vermuten lässt, so wird es sich in diesem Artikel zuerst und die Suche in Netzwerken drehen und dann um das britische Königshaus - genauer um die Thronfolge im britischen Königshaus. Elizabeth II. wird schließlich auch nicht jünger. Als Netzwerk (oder Graph ) bezeichnet man eine Ansammlung von Punkten (den sog. Knoten) und Verbindungen zwischen den Knoten (den sog. Kanten). In Abbildung 1 kann man ein solches Netzwerk sehen.  Die Knoten sind hierbei die durchnummerierten Kreise und die Kanten die Verbindungslinien. Abbildung 1. Ein Netzwerk mit 14 Knoten und 14 Kanten. Es gibt nun diverse Eigenschaften, die ein solches Netzwerk haben kann. Das Netzwerk in Abbildung 1 ist zum Beispiel unzusammenhängend - man kann nicht von jedem Knoten zu jedem Knoten gelangen. Außerdem ist das Netzwerk zyklisch - es gibt Kreise im Netzwerk. Netzwerke werden vor allem in der Kombinatorik studiert. Dort sollen sie Netzwerke in der echten Welt modelliere...

Lernen auf mehreren Levels

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Kürzlich wurde unser erstes Paper (vgl. [1]) vom Journal of Computational Physics zur Veröffentlichung akzeptiert. Das ist vermutlich ein guter Zeitpunkt einmal über den Inhalt dieses Papers zu schreiben. Aber, keine Angst, werter Leser, dieser Text ist allgemein verständlich. In unserer Veröffentlichung geht es um das Lernen. Nicht um das Lernen von Menschen oder Tieren, sondern um das Lernen von Computern und Maschinen. Spezieller: Die Maschine soll ein kompliziertes physikalisches Modell lernen. Dies soll geschehen anhand von Simulationen des Modells und anhand von verrauschten Observationen - Daten, Beobachtungen o.ä. Ich werde später darauf zurückkommen, wie das genauer funktioniert. Jetzt erst mal zum Lernen auf mehreren Levels oder Multilevellernen. Screenshot des ArXiv preprints. Quelle: [1]. Man stelle sich vor die vierjährige Jana besucht die musikalische Früherziehung und wird dort als musikalisch talentiert erkannt. Außerdem verliebt sich das junge Mädchen i...

Irrungen, Wirrungen.

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Dies mag scheinen, wie eine Kritik oder Beschreibung (spoiler alert!) des Romanes "Irrungen, Wirrungen" von Theodor Fontane und ziemlich genau das ist es auch. Neben den gesellschaftlichen Irrungen, Wirrungen aus der wilhelminischen Zeit soll es aber um die Irrungen und Wirrungen gehen, die mir kürzlich bei der Mietwagensuche in Los Angeles begegnet sind und vor allem die, die mir nicht begegnet sind. In Fontanes Roman geht es um eine standesüberschreitende Liebesbeziehung in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Ein junger Baron und eine Schneiderin - genauer eine Schneidermamsell - verlieben sich. Natürlich war zu diesem Zeitpunkt eine solche Liebe völlig undenkbar. Der Baron trennt sich schließlich von ihr und geht eine Vernunftheirat ein. Diese soll vor allem seine Familie aus ihrer finanziellen Notlage befreien. Schlussendlich leben beide in konventionellen Ehen und haben ihre große Liebe aufgegeben. Die Liebe konnte die Standesgrenzen nicht überschreiten.  Vor ei...

Zählen lernen: Bijektion oder nicht?

Über die Osterfeiertage war ich bei meiner Familie, unter anderem auch bei meiner Patentante und ihren Kindern; meinen Cousins Levi (3) und Julius (1). Ich habe Levi vor geraumer Zeit ein Spiel geschenkt, mit dem man Zählen und Zahlen lernen kann. Das Geschenk war ohne Hintergedanken. Angekommen ist es in etwa so stereotyp, wie die Elektrobaukästen, die früher von meinem Patenonkel bekommen habe -  er ist Diplom-Elektroingenieur. Manche Verhaltensweisen bleiben wohl in der Familie. Haha. Vom Osterhasen (nicht in meiner Inkarnation, sondern in der unserer gemeinsamen Oma) hat Levi nun ein anderes Zahlen-Lernspiel bekommen. Ich habe das Spiel dann gleich mit ihm gespielt. Dabei sind mir zwei Dinge aufgefallen: Als großer Cousin war ich erstaunt und sehr stolz darauf, wie gut Levi schon Zahlen und Zählen kann. Obwohl er größtenteils fehlerfrei zählt, macht er durchgehend einen bestimmten Fehler. Er zählt: 1, 3 , 3, 4, 5, 6,... Seine Mutter - meine Patentante - hat mir dann ...

Palu.

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Gerd Dudenhöfer spaltet das Saarland in zwei Teile. Ich halte ihn und seine Kunstfigur Heinz Becker für genial, andere halten ihn für furchtbar: Für die Art von Saarländer, die man nicht sein möchte. Ich glaube, Jochen Senf hat nie polarisiert. Er war Schauspieler, Autor, Dramaturg und insbesondere der Tatort -Kommissar Max Palu [paly]. Heute vor zwei Wochen ist er im Alter von 76 Jahren verstorben.  Ich glaube, er - er Senf, genauso, wie er Palu - war die Art von Saarländer, die jeder Saarländer gerne wäre. Auf alle Fälle eher ein Franzose, als ein Pfälzer. Gourmet. Wein statt Wasser. Baguette statt Weizenmischbrot. Etwas renitent. Mit beiden Beinen fest auf dem Boden oder fest in den Pedalen seines Fahrrades. Und sich selbst nicht so furchtbar ernst nehmend. Senf behauptete selbst in einem Interview, dass er nur sich selbst spiele. Vielleicht war Palu deswegen so gut. Am 1. Oktober 2005 kam der sechste Teil der Harry-Potter-Reihe in deutscher Sprache in den Handel. Der H...

Rasieren in der Occamstraße

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Occams Rasiermesser kann man wohl als eine bestimmte wissenschaftliche Vorgehensweise betrachten oder als ein wissenschaftliches Prinzip. Die Wikipedia erklärt es folgendermaßen: Von mehreren möglichen Erklärungen für ein und denselben Sachverhalt ist die einfachste Theorie allen anderen vorzuziehen. Eine Theorie ist einfach, wenn sie möglichst wenige Variablen und Hypothesen enthält und wenn diese in klaren logischen Beziehungen zueinander stehen, aus denen der zu erklärende Sachverhalt logisch folgt. Das klassische Beispiel: Man laufe im Wald umher und höre hinter sich Hufgetrappel. Welches Tier verursacht das Hufgetrappel? Ein Pferd,  erfordert: Hypothese: In der Nähe gibt es einen Reiterhof und gerade ist jemand ausreiten. Ein Zebra , erfordert: Hypothese: Jemand führt im Wald ein Zebra spazieren, erfordert Hypothese: Es gibt jemanden, der Wildtiere im Wald spazieren führt, erfordert Hypothese: Es gibt afrikanische Wildtiere in der Näh...

Bayes'sche Inversion am Beispiel des Fadenpendels

Etwas Werbung in eigener Sache. Elisabeth Ullmann und ich haben einen Artikel im Quartl veröffentlicht. Der Quartl ist das Mitteilungsblatt des  Kompetenznetzwerks für Technisch-Wissenschaftliches Hoch- und Höchstleistungsrechnen in Bayern und der  Bavarian Graduate School of Computational Engineering. Der  Text  richtet sich an ein allgemeines Publikum. In dem Artikel beschreiben wir inverse Probleme aus statistischer Sicht und die Lösung inverser Probleme mit Bayes'schen Methoden. Als Beispiel für ein inverses Problem diskutieren wir die Schätzung der Erdbeschleunigung, mit Daten die uns von einem Fadenpendel zur Verfügung stehen. Diese Daten eines solchen Pendels wurden am Tag der offenen Tür im Garchinger Forschungszentrum von einigen dutzend Nachwuchsforschern zwischen 8 und 16 Jahren gesammelt. Zum Artikel  im Quartl 84.